Archive for category Konzert

Bernd Begemann

Nicht mehr ganz so jung wie auf dem Foto oben, aber immer noch der geborene Entertainer. Mein drittes Bernd Begemann-Konzert, mein erstes Bernd Begemann Solo-Konzert und das für mich zweitbeste bis jetzt. Weil mit Band isses schon noch nen Tick besser. Vor allem weil einem dann die furchtbaren Halb-Playbacks und Drumcomputer-Experimente erspart bleiben. Zum Glück war das an diesem Abend aber auch nur drei, vier Mal der Fall.
Aber fangen wir vorne an. Direkt beim ersten Lied riss die H-Saite auf seiner E-Gitarre, noch bevor er auch nur einen Ton gesungen hat. Glücklicherweise fand sich aber ein Gitarrenexperte im Publikum, der die Gitarre im Hintergrund stimmte während Bernd das Publikum mit seinem Drumcomputer unterhielt. Ab da gab es aber keine weiteren Ausfälle zu verzeichenen und das Konzerte konnte beginnen. Mir fällt es schwer die Stimmung des Abends einzufangen, weil man Bernd Begemann-Konzerte irgendwie schlecht beschreiben kann, wenn man noch nie dabeigewesen ist. Er ist anders als andere Liedermacher und man muss sich drauf einlassen, aber dann gibt es kein zurück mehr. Die Lieder klingen immer völlig anders als auf Platte weil er mittendrin die absurdesten Geschichten erzählt und dann weitersingt als ob nichts geschehen wär. Herrlich.
Vom Repertoire her gab es alles was glücklich macht: Bist du Richtigen triffst – nimm mich, Bleib zuhause im Sommer, Fernsehen mit deiner Schwester, Ich habe nichts erreicht außer dir, Judith, mach deinen Abschluuss, Kein Glück im Osten, Oh St. Pauli…, Unsere Band ist am Ende, Unten am Hafen und und und… Dazu jede Menge unveröffentlichtes wie z.B. Ich identifiziere mich nicht mit der Firmenphilosophie oder das absolut hitverdächtige Ikea-Falle. Oh, und U2-Covers gab’s auch noch! Zum Glück auch nur kurz :-) Nach knapp 3 1/2 Stunden war dieses einzigartige Konzert leider schon zu Ende und alle gingen glücklich nach Hause oder tanzten noch etwas in der Disco.
Und ich freu mich schonmal auf das nächste Konzert von Bernd Begemann im Ex-Haus Trier nächsten Monat.

Bewertung: 5 von 6

 

Max Goldt - aber nicht live

Lange nix mehr geschrieben hier…da bietet sich der heutige Besuch einer Lesung von Max Goldt doch an, das Schweigen zu brechen :-)

Zusammen mit Jérôme und Teresa aus der Blog-WG durfte ich nämlich heute Max Goldt live und in Farbe erleben. Wer sich selbst einen Eindruck dieses Abends machen will sollte in der nächsten mal aufmerksam den Saarländischen Rundfunk hören, die haben das ganze nämlich mitgeschnitten und werden demnächst bestimmt auch was davon senden. Leider werd ich davon wahrscheinlich nix mehr mitkriegen, aber ich wollt’s halt mal gesagt haben…

Zum Abend selbst…bisher gelesen hatte ich von Max Goldt ja noch nichts, wohl aber einige Hörbücher gehört, insofern wusste ich ja einigermaßen was mich erwartet. Aber so live live ist halt doch was anderes als aus der Konserve live. Sehr gut fand ich dass es fast nur neue Texte zu hören gab, davon das meiste aus dem Jahre 2005, das neueste vom September 2005 und das älteste von 2003. Jedenfalls kannte ich keine einzige der Geschichten und so kam auch keine Langeweile auf, was man bei einer Lesung von immerhin 2 Stunden sonst ja schon befürchten könnte. So hing man aber gespannt an den Lippen des Herrn Goldt und lauschte seinen Alltagsgeschichten, in denen man so vieles wiedererkennen konnte. Thematisch ging es über den Urlaub auf Malta, die Schönheit des Wortes Rohling-Spindel, die armen Bohrinsel-Arbeiter die keine DVDs kucken können, die komplizierte Bedienung von Digicams, sinnlose Gespräche im alkoholisierten Zustand und und und… Viel zu viel um hier aufzuzählen und man kann nur hoffen dass diese neuen Geschichten auch bald als Hörbuch veröffentlicht werden. Denn die Geschichten profitieren auf jeden Fall von der Art wie sie vorgetragen werden. Da werden sogar aus nicht ganz so tollen Geschichten kleine Kunstwerke.

Als Zugabe gab es nach etwa 2 Stunden dann noch eine kleine Anekdote wie die lesbische Beate aus dem Theater den Beatles zu ihrem Namen verhalf. Und dann war der Abend auch schon wieder vorbei. Meine erste Lesung, aber ganz sicher nicht meine letzte! Warum können (Vor)Lesungen an der Uni eigentlich nicht so interessant sein? ;-)

Oh, und falls noch jemand Max Goldt kucken gehen sollte…bloß kein Szenenapplaus für einzelne Sätze!! Weil…”wir sind ja hier nicht beim Privatfernsehen!” ;-)

Bewertung: 6 von 6

P.S.: Hat nichts mit der Lesung zu, aber…der iPod nano ist in echt wirklich noch viel kleiner als man sich ihn vorstellt. Wirklich viiieeel kleiner!!

 

So, hier nun noch eine kurze Zusammenfassung des diesjährigen Trierer Moselfests…featuring Chock-A-Block, Undercover, 4Deep und Snailshouse

Für mich ging’s samstags mit Chock-A-Block los. Deutlich besser als ich sie in Erinnerung hatte, aber irgendwie doch nicht so ganz mein Ding. Also posen können sie auf jeden Fall ziemlich gut, und musikalisch sind sie auch nicht schlecht, aber…ach ich weiß auch nicht, aber muss man wirklich alles covern? Sowas wie „Westerland“ oder „Zu spät“ will ich live einfach nicht mehr hören, zumindest nicht wenn es genauso klingt wie die Originale aus den 80ern. Das ist albern. Entweder man hat seinen eigenen Stil oder…naja oder eben nicht. Chock-A-Block haben ihn definitiv nicht. Schade eigentlich, denn technisch machen die Jungs schon einen versierten Eindruck… Die selbstkomponierten Stücke konnten bei mir leider auch nichts mehr reißen, durchgehend Balladen… Dann doch lieber nochmal „Ab in den Süden“…oder vielleicht doch „Symphonie“? *argh* Egal, die Stimmung war trotzdem fantastisch, was ja auch irgendwo für die Band spricht. Sie wissen auf jeden Fall wie man Stimmung macht und sie geben dem Radio-Hörer was er will, aber manchmal wäre hier weniger auch mehr gewesen. Und das Problem ist halt auch…ich bin kein Radio-Hörer *g*.

Bewertung: 4 von 6

Am nächsten Abend ging’s dann weiter mit Undercover aus Bitburg. Wer schon dachte der Name wäre unkreativ, der sollte sich das ganze erstmal live reinziehen. Also mit Musik hat das ganze nicht mehr viel zu tun. Eher mit Comedy. Oder war das alles ernst gemeint? Also der Sänger erinnerte mich doch sehr an den David Hasselhoff aus der Baywatch-Phase und ich hab die ganze Zeit vergeblich auf ein „Looking for Freedom“ oder „Crazy for you“ gewartet… Stattdessen gabs aber andere tolle Stücke wie z.B. „Enter Sandman“ oder „Killing in the Name of“ , zu denen prima getanzt wurde. Also auf der Bühne jetzt. Discofox oder so. Tolle Boygroup-Moves. Also ich mein..erstmal Respekt für „Killing in the Name of“! Das hab ich live noch nie von einer Coverband gehört. Musikalisch war’s auch okay und druckvoll und alles, aber…der Sänger…ohje
Fuck you!! i won’t do what you tell me!!! shalalalala, und das dann noch im Chor mit der Sängerin..also sind wir hier bei der Bravo Super Show oder was? Schlimm schlimm schlimm…
Alles getoppt haben sie dann natürlich gegen Ende noch mit „Symphonie“. Also es gibt dieses Jahr ja irgendwie ziemlich viele schlimme „Sommerhits“ (dieses nervige Lonely, der Crazy Frog und was weiß ich noch alles), aber „Symphonie“ bekommt in meiner Hate-List auf jeden Fall einen Ehrenplatz! Also wie gesagt, das Lied an sich ist schon schlimm. Wenn man dann aber nicht mal die Töne treffen kann, sollte man es vielleicht besser sein lassen. Das klingt sonst nämlich alles andere als gut. Und nein, nicht jeder muss ein Popstar werden! Schmeißt euer Leben doch nicht einfach weg!!

Bewertung: 3 von 6

Kommen wir zum heimlichen Highlight des Abends: 4Deep. Hip Hop aus Trier. Es gibt ja mittlerweile schon einige Crews aus Deutschlands ältester Stadt, aber die hier sind echt ganz okay :-) Wie sich das gehört kamen die Beats natürlich vom Band und dann wurde halt drüber gerappt. Old School Rap. Klang auch insgesamt so wie deutscher Hip Hop vor zirka 10 Jahren mal klang, nicht schlecht, nicht besonders kreativ, aber eigentlich ganz okay. Was dann aber wirklich sehr cool war, war die Hymne an Trier…ein Song namens „Trier City“. Und den will ich hiermit auch direkt jedem ans Herz legen, denn man kann ihn kostenlos von der Website von 4Deep runterladen (hier nochmal als Direktlink: Trier City). Auf der „Trier City“ EP gibt’s übrigens auch noch einen tollen Mahatmahitler (das waren die mit dem Jeremy seiner Gang) Disstrack (Technisches K.O.).

Bewertung: 4 von 6

Am nächsten Abend gab’s dann zum Abschluß schließlich Snailshouse. Die hatte ich jetzt ja schon etwas länger nicht mehr gesehen und gehört und auf dem Altstadtfest ja knapp verpasst. Insofern hab ich natürlich schon einiges erwartet und wurde zum Glück auch nicht enttäuscht. Die Stimmung im Publikum war zwar leider nicht ganz so gut wie z.B. bei Chock-A-Block zwei Tage vorher, aber vielleicht lag das auch am Wochenbeginn. Musikalisch gab’s nämlich absolut nix auszusetzen. Viele Stücke von den letzten beiden Alben, aber natürlich auch mindestens genau so viele Coverstücke, damit die (Noch-)Nicht-Fans auch was zum mitsingen hatten. Unter anderem auch ein bestimmt 10-minütiges AC/DC-Medley, bei dem der Schlagzeuger sich mal wieder richtig die Seele aus dem Leib schreien durfte. Und als weiteres Highlight gab’s dann auch noch ein überlanges Andy-Solo (ebenfalls Schlagzeug) vom Feinsten. Insgesamt knapp 3 Stunden Musik und dann kam der Bus…

Da konnt ich dann z.B. darüber nachdenken warum in diesem Jahr wirklich jede Coverband immer und überall „Runaway“ von Bon Jovi spielen musste. Das Lied ist doch uralt und auch nicht wirklich ein Klassiker gewesen, oder? Also mittlerweile glaub ich ja schon fast dass es doch ein Klassiker war und das ganze nur irgendwie an mir vorbeigegangen ist, aber…also Chock-A-Block haben’s gespielt, Undercover haben’s gespielt und Snailshouse auch (die übrigens noch am besten von allen, aber trotzdem nervt das Lied gewaltig). Übrigens wird das Lied auch sehr gerne in Verbindung mit „It’s My Life“ gespielt, nur mal so als Vorwarnung ;-)

Bewertung: 5 von 6

Naja egal, war auf jeden Fall ein schönes verlängertes Wochenende mit toller, zudem noch kostenloser, Musik. Und der Wein war natürlich auch nicht zu verachten :-)

 

Alle Jahre wieder kommt das Trierer Altstadtfest…dieses Jahr irgendwie seltsam wenig los. Ob das wohl am Wetter liegt? Naja egal, jedenfalls gibt es jedes Jahr tolle Bands zu erleben. Viele Bands spielen zwar ziemlich uninspiriert alle dieselben Lieder, und das dann auch noch so nah am Original wie möglich. Schlagzeug, Bass, 2 Gitarren (eine für’s mittlerweile wieder in Mode gekommene Gitarrensolo in jedem Song und eine zum schrammeln), mindestens ein männlicher Sänger und dann natürlich noch eine Sängerin für die größten Hits von Juli und Silbermond… Syhymphooniiiiiiiiiiiiiiiiiiiieeeeeeee. Aua, das tut echt weh…
Glücklicherweise gibt es aber auch noch Ausnahmen…Bands, denen man den Spaß beim Spielen ansieht. 3 Freunde müsst ihr sein, Gitarre, Bass, Schlagzeug, das reicht. Hauptsache es rockt!! Daher an dieser Stelle nochmal ein kleines Aufmerksammachen auf zwei tolle Bands aus dem Trierer Umfeld: Project 54 und Spinning Wheel. Für aufmerksame Leser meines Blogs dürfte die beiden Bands ja keine unbekannten mehr sein :-)

Project 54
Los ging’s nachmittags gegen 16 Uhr mit Project 54. Nachdem ich erst ein bisschen planlos durch die Stadt geirrt bin, hab ich sie dann schließlich irgendwann da gefunden, wo ich sie gar nicht vermutet hätte, nämlich vor dem Pranger. Aber viel scheinte ich noch nicht verpasst zu haben, denn ich konnte noch eine gute Stunde zuhören bevor es in die Pause ging. Die Musik war wie immer erstklassig und die Stimmung super. Okay, ist auch nicht so schwer wenn man seinen eigenen Fanclub mitbringt, aber es blieben doch immer wieder Leute stehen die der Musik gelauscht haben. Natürlich haben sich auch einige die Ohren zugehalten, aber hey…Rock’n'Roll in leise ist Scheiße!!
Meine Highlights waren diesmal zwei Coverversionen..die eine fand ich ja letztes Mal schon sehr toll, nämlich Red Hot Chili Peppers’ “By the Way”. Was mich dann aber noch mehr begeistert hatte, war Dashboard Confessional’s “Hands Down”. Wow, das war echt fast so gut wie das Original, vor allem das Schlagzeug war fantastisch. Das ist es übrigens auch was mir an Project 54 so gefällt, die covern zwar auch einiges was andere covern, aber hin und wieder kommt halt auch mal was was nicht so viele Leute kennen. Wie zum Beispiel Dashboard Confessional :-) Ich war jedenfalls sehr begeistert und hätte noch ewig zuhören können. Da es da wo ich gesessen hab,aber ziemlich heiß war, hab ich die Gunst der Pause genutzt, um mich zu Hause kurz frisch zu machen und meine Freundin zum Hauptact des Abends abzuholen: Spinning Wheel :-)
David am Pranger
Keine Ahnung, warum ich so in die Kamera kuck. Das Konzert hat mir nämlich wirklich gefallen! Ich schwöre!!

Spinning Wheel
Okay, mittlerweile ist es knapp 20 Uhr und wir sind auf dem Weg zum Spinning Wheel Konzert vor dem Hauptmarkt. Da der Bus ziemlich voll ist kommen wir mit etwas Verspätung an. Macht aber nix, denn wir haben nicht viel verpasst (hoff ich zumindest) und können noch den Großteil des Konzerts genießen. Da es immer noch (recht) früh ist, ist vor der Bühne leider noch nicht sehr viel los, trotzdem gibt die Band ihr Bestes und spielt als ob sie vor einem ausverkauften Fussballstadion spielt. Naja, zumindest fast ;-) Mein Highlight… (mal wieder): die Coverversion von “Johnny B. Goode”. Es wird ordentlich gerockt und einige Zuhörer sind deutlich irritiert als ein Metallica-Riff als Intro gespielt wurde und dann aber doch ein Oldie hintendran kam. Sie waren grade so schön am headbangen…zu lustig :-) Ansonsten war die Stimmung im Publikum aber echt super, und fast jeder hat getanzt oder zumindest versucht sich rhythmisch zu bewegen :-) Jammerschade dass es von den Jungs bis jetzt kein richtiges Album gibt und wohl auch nicht geben wird. Denn das sind wirklich mal originelle Coverversionen. Da kann Dick Brave aber sowas von einpacken!!

Bewertung: 5 von 6 (für beide Konzerte)

Bildergalerien der beiden Auftritte gibt’s natürlich auf den offiziellen Bandseiten. Zum einen jede Menge Fotos in der Galerie von Project 54. Und zum anderen noch eine kleine Auswahl von Fotos, die mein Vater geschossen hat, in der Galerie von Spinning Wheel.

 

Farin Urlaub Racing Team

Nachdem Farin Urlaub mit seinem Racing Team schon 2003 die Kaiserthermen in die staubigste Location der Welt verwandelt hat, war es jetzt mit neuem Album im Gepäck mal wieder an der Zeit zu testen, ob Trier noch rockbar ist. Und auf diese Frage gibt’s natürlich nur eine Antwort: Trier ist absolut rockbar!! Die leichte begrünte Rasenfläche vor der Bühne ließ zwar noch hoffen, dass es diesmal nicht ganz so staubig werden würde…aber natürlich war diese Hoffnung umsonst. Denn das Wetter war perfekt (von wegen “Am Ende der Sonne”!) und das Publikum wollte springen und Spaß haben und… doch fangen wir vorne an…
Los ging’s mit einem mysteriösen Intro und schwarzem Vorhang. Dann kam der Gong und kurz darauf der Rock. Der Vorhang fiel und das Racing Team gab alles…und noch ein bisschen mehr!! Die Band war diesmal deutlich besser eingespielt als beim letzten Mal, und da war sie ja auch nicht wirklich schlecht. Und Farin scheinte auch noch ein paar Gesangsübungen gemacht zu haben, alle Schrecken von verpatzten MTV Übertragungen waren vergessen. Diesmal war einfach alles perfekt. Die Backgroundsängerinnen in Polizeiuniformen vor ihren Sonnenblumen-Mikroständern mit Schlagstöcken in den Händen waren wirklich nicht mehr zu toppen. Der Sound war phänomenal und so ließ sich das Konzert sogar ganz ohne Ohrenstöpsel genießen. Okay, ein leichtes Pfeifen hat man schon davon getragen, aber sowas vergeht ja :-)
Interessant war, dass man mittlerweile ja schon zu den “größeren” Fans gehörte und sich so sehr schnell nach vorne kämpfen konnte, was wir nach etwa der Hälfte des Konzertes zumindest teilweise auch taten. Und beim Pogo mit den vierzehnjährigen Mädels musste man ausnahmsweise mal nicht darauf aufpassen dass man selbst nichts abbekam, sondern eher selbst Rücksicht nehmen. Eine interessante Variation ;-)
Wie immer war Farin in bester Laune und fühlte sich in der altrömischen Kulisse auch sichtlich wohl. Zum Spaß stimmte er mittendrin “Papa Was a Rolling Stone” an. Nur wurde aus dem Spaß ziemlich schnell Ernst, denn das Publikum sang mit, die Band spielte mit und…tja, so ist das halt mit dem Racing Team. Die sind auf alles vorbereitet! Aber bald darauf ging es auch schon wieder mit eigenen Liedern weiter, von denen es nach 2 Alben und etlichen B-Seiten diesmal ja zum Glück mehr als genug gab. So wurden auch beide Alben bis auf wenige Ausnahmen (”Der Kavalier”, “Das schöne Mädchen”, “…und die Gitarre war noch warm”, “Kein Zurück”) komplett gespielt. Und die Stücke vom zweiten Album wurden genauso kräftig mitgesungen wie die alten “Klassiker” und kamen meiner Meinung nach sogar noch einen Tick besser beim Publikum an. Was nicht zuletzt daran liegt dass das neue Album geradezu für das Racing Team maßgeschneidert wurde. Hier bekam jeder seinen ganz eigenen Part, und manche sogar einen eigenen Song (”Dermitder”).

Farin Urlaub Racing Team

Das heimliche Live-Highlight war wie schon vor zwei Jahren der immer noch unveröffentlichte Durchdreh-Song “Zehn” und, nachdem sich das Publikum nach dem “Abschiedssong” schon in Sicherheit wiegte, “Zehn II”. Danach war man dann aber auch wirklich zu nichts mehr zu gebrauchen und von oben bis unten vollgestaubt. Also ein paar graue Haare hab ich ja eh schon ne Weile, aber nach diesem Konzert war ich zumindest rein optisch um mindestens 35 Jahre gealtert.

Was ich vermisst habe war einzig und allein “Liebe macht blind”, was Farin ja seinerzeit mit den Busters aufgenommen hatte. Das hätte den Abend noch perfekter gemacht, aber naja…man kann nicht alles haben. Dafür gab’s meine Lieblings-B-Seite “Petze” und meinen Lieblingssong vom letzten Album “Ich gehöre nicht dazu” :-) Und auf der nächsten Tour soll “Liebe macht blind” ja auch wieder dabei sein.
Ich werde auf jeden Fall wieder dabei sein!!

Und bis es soweit ist darf man sich schonmal auf die mittlerweile gesicherte Live CD freuen. Hoffentlich dauert’s nicht mehr allzu lange…

Bewertung: 6 von 6

Update:

 

Spinning Wheel

Dieses Jahr war ich zum ersten Mal auf dem (fast) jährlich stattfindenden Sommerfest der FH Trier. Unter anderem um mir Spinning Wheel, eine Band aus der Region (die bis jetzt leider noch keine richtige richtige Website hat, was sich aber bald ändern wird ;-) ), anzuhören. Wer bisher noch nichts von den Jungs gehört hat, sollte Augen und Ohren offen halten, denn bei der Performance kann es eigentlich nicht lange dauern, bis sie sich einen Namen gemacht haben werden. Aber was machen Spinning Wheel eigentlich so für Musik? Dazu 3 Worte (so mehr oder weniger ;-) ): Rock’n'Roll!! Alte Klassiker von den Beatles, Elvis Presley, Bill Haley, Free aber auch Lynyrd Skynyrd, Guns’n'Roses oder Queen. In Songs ausgedrückt: so ziemlich alles von Johnny B. Goode (dürfte wahrscheinlich so ziemlich jeder aus “Zurück in die Zukunft” kennen), über Jailhouse Rock, Rock Around the Clock, I’m a Believer bis hin zu Sweet Home Alabama, We Will Rock You und Knockin’ on Heaven’s Door. Das alles zeitgemäß und kompakt dargeboten von einem Power Trio, das das Publikum seit dem ersten Ton fest im Griff hat. That’s Rock’n'Roll!!
Natürlich war das Konzert viel zu kurz (gerade mal 1 1/2 Stunden, wenn ich das richtig in Erinnerung hab), aber ich hoffe dass sich bald mal wieder die Möglichkeit ergibt, die Jungs live zu sehen! Rock on :-)

Bewertung: 5 von 6

 

Das Rocco del Schlacko hat ja mittlerweile wirklich Tradition (siehe dazu auch mein Eintrag zum Rocco del Schlacko 2004). Und so durfte ich auch in diesem Jahr zusammen mit Sabine und Anke viele tolle, zum Teil noch recht neue, Bands erleben. Dieses Jahr gesehen und gehört: Koufax, Muff Potter, Biffy Clyro, Slut, Moneybrother und Wir sind Helden. Dieses Jahr nicht gesehen: Crash My Deville, Greedy Bees und Reminder. Aber da hab ich wohl auch nix verpasst, oder? ;-)

Los ging’s für uns gegen 17 Uhr mit Koufax. An besonders viel kann ich mich leider nicht mehr erinnern, da ich von denen auch vorher noch nie was gehört hab. Aber die kommen dieses Jahr bestimmt noch ganz groß raus :-) Also schlecht war’s auf keinen Fall. Netter Indie-Rock würd ich sagen..was aber vor allem in Erinnerung bleibt..Haaaaaaare ;-)

Danach gab’s dann erstmal noch nen kleinen Rundgang übers Festivalgelände und nen Espresso bzw. ne Latte zum Wachwerden. Und außerdem mußten wir ja auch vor Muff Potter flüchten. Also ich weiß ja nicht was man an denen gut finden kann, aber…also irgendwie haben wir immer das “Glück” die zu sehen. Letztes Jahr als Vorgruppe der besten Band der Welt und jetzt halt nochmal auf dem Rocco. Wobei ich sagen muss dass ich sie schon besser fand als letzets Jahr, aber so ganz mein Fall ist das immer noch nicht. Die klingen live wie ne Mischung aus den Onkelz und Tocotronic, und das ist nicht unbedingt als Kompliment gemeint.

Nach “Maff Podder” ging’s dann nochmal quer über’s Gelände was essen. Denn man musste ja fit sein für die Headliner des Abends: Slut, Moneybrother und Wir sind Helden. Zuerst spielten aber noch Biffy Clyro. Ja was soll ich sagen…im Infoheftchen steht zu Biffy Clyo folgendes: Laut und leis, harmonisch und schräg, hart und weich. Das sind die Töne und Melodien, die Biff Clyro am liebsten anschlagen.. Also live bedeutete das vor allem laut, schräg und hart. Jetzt nicht so dass es weh getan hat, aber auch nicht so ganz mein Fall…

Danach sollte es dann aber endlich, eeeeeeendlich zum Hauptteil übergehen: Slut. Die fünf symphatischen Männer aus Ingolstadt spielten einen soliden Set und rissen das Publikum in Scharen mit. Hier wurde endlich richtig gerockt, ohne dabei aber die schönen Melodien zu vergessen. Viel vom neuen Album, einige Klassiker, natürlich auch die aktuelle Single “Why Pourquoi”, hier hat alles gestimmt. Insgesamt war der Auftritt vielleicht etwas zu kurz, aber so ist das halt auf Festivals…
Bewertung: 5 von 6

Besonders gespannt war ich auf Moneybrother aus Schweden. Den kannte ich ja bisher nur aus Sarah Kuttner – die Show und hatte musikalisch noch nicht wirklich viel von ihm gehört. Umso überraschter war ich als auf einmal ein Saxophonist auf die Bühne kam und die Band das Konzert mit einer gehörigen Portion Funk eröffnete. Und noch überraschter war ich als das die ganze Zeit so weiterging. Moneybrother ist funky, Moneybrother macht Jazz, aber Moneybrother rockt auch dazu. Also das war echt ne interessante Mischung, die ich so auf keinen Fall erwartet hätte. Wer die Chance dazu hat, sollte sich auf jeden Fall noch Tickets für die aktuelle Tour sichern!
Bewertung: 5 von 6

Zu guter letzt gab’s dann mit einiger Verspätung noch Wir sind Helden. Nach dem aktuellen Album und einigen Live-Ausschnitten aus dem Fernsehen war meine Erwartungshaltung schon ziemlich groß, aber ich wurde nicht enttäuscht. Die Helden spielten sehr viele Stücke vom neuen Album, was ich sehr mutig fand, und naütrlich auch noch einige “Klassiker” vom ersten Album. Die neuen Stücke haben live sehr gut funktioniert und auch das Publikum hat mitgesungen wie bei den anderen Sachen auch. Und das obwohl das neue Album doch noch gar nicht so lange draußen ist… Die Stimmung war auf jeden Fall hervorragend und das Konzert über jeden Zweifel erhaben. Da vergißt man auch glatt die Tonaussetzer während dem ersten Stück ;-)
Bewertung: 6 von 6

Gegen 2 Uhr waren wir dann wieder zu Hause. Sichtlich erschöpft, aber auch sehr glücklich. Es war wieder ein schönes und auch sehr abwechslungsreiches Schlacko. Und sogar das Wetter hat mitgespielt. So soll es sein :-)

Die Konzertkritik von Anke ist übrigens unter happylinchen.de online.