Archive for Januar, 2007

Fotos live in Trier

Nachdem das Debüt der Band Fotos ja schon zu meinen absoluten Lieblingsplatten und -neuentdeckungen des letzten Jahres zählte (vor allem aufgrund des Überhits „Komm zurück”, den die meisten wahrscheinlich noch nie gehört haben), war ich natürlich umso mehr erfreut, diese junge Indierockband endlich mal live erleben zu dürfen. Leider gibt es aber vor manchen Konzerten eine „Vorgruppe”, die ihr bestes geben, einem das Konzert zu versauen. So geschehen auch heute abend vor Fotos.
Es spielte recht kurzfristig, warum auch immer, die Trierer Formation Komputer. Ihre Musikrichtung: Elektropunk. Also Beats aus der Konserve, quäkende Synthies und ne verzerrte Gitarre (bzw. ein verzerrter E-Bass). Dazu übersteuerter „Gesang” oder sowas ähnliches. Also ein paar Minuten ist das ja ganz nett, aber dann fängt das ganz schnell an zu nerven, weil es einfach keine richtigen Songs sind, weil es keine Riffs gibt an denen man sich festhalten kann, und weil die Rhythmen jetzt auch nicht interessant waren, als dass man sich damit über das Konzert hätte retten können. Aber naja, sie haben sicherlich alles gegeben, ich bin ja auch eigentlich sehr aufgeschlossen, was elektronische Musik angeht, aber das war wirklich nix. Wer sich trotzdem mal was von „Komputer” anhören möchte, kann ja mal auf deren myspace-Seite reinschauen.
Okay, kommen wir endlich zu Fotos, der Band die man in Google aufgrund ihres Namens nie so richtig schnell finden kann. Aber egal, nach Trier haben sich immerhin einige wenige Fans eingefunden. Das Forum, ein kleiner ehmaliger Kinosaal war immerhin zu gut zwei Dritteln gefüllt. Und Fotos haben den Laden gerockt. Energiegeladener und unverbrauchter Indierock, der gute Laune verbreitet und zum Tanzen animiert. Vorgetragen von einer jungen Band, die mit Herz und Seele dabei ist und sichtlich Spaß hat an dem was sie machen. Dazu ein Album in der Hinterhand das eigentlich ausschließlich aus potenziellen Singles besteht. Was kann da noch schiefgehen? Eigentlich nicht viel. Und Fotos konnten wirklich überzeugen, weil die Energie der Platte auch live sehr gut rübergekomemn ist und das ganze live sogar noch eine kraftvoller war. Einziger Wehrmutstropfen des Abends – er war etwas kurz. Mit nur einem Album (+ der B-Seite „Wochenender” und dem noch unveröffentlichten Titel „Tag für Tag”) kann man halt keinen ganzen Abend füllen. Dafür gab’s dann aber nach dem regulären Set noch zwei Zugabenblöcke, in denen „Ich bin für dich da” in Gedenken an die Auflösung von Blumfeld noch einmal im „Apfelmann Remix” und „Du löst dich auf” und „VIele” im Quasi-Akustikgewand (Gesang und zwei unverzerrte E-Gitarren) dargeboten wurden. Und als Highlight des Abends gab es noch eine unglaublich rockige Version des Deichkind-„Hits” „Remmidemmi (Yippie Yippie Yeah)” (deren Album „Aufstand im Schlaraffenland” wahrscheinlich das von mir fälschlicherweise am meisten missachtete Album des letzes Jahres ist).
Yippie Yipie Yeah Yippie Yeah, Krawall und Remmi Demmi! Nächstes Mal bitte länger als 90 Minuten spielen und die Vorgruppe wechseln! Ansonsten war alles super! Weiter so!

P.S. Sorry wegen der grauenhaften Fotos, die ich in letzter Zeit zu den Konzertberichten poste. Ich bin noch meine Handy-Kamera am ausprobieren, aber irgendwie ist die für Konzertfotos absolut nicht zu gebrauchen. Schade eigentlich…

 
23Januar2007

Casino Royale

Casino Royale PlakatEndlich hab ich’s mal geschafft, mir einen James Bond Film im Kino anzusehen…und dazu noch einen richtig guten. Also ich war am Anfang ja auch skeptisch, ob Daniel Craig die Rolle des James Bond glaubhaft rüberbringen kann, aber ich war dann doch sehr positiv überrascht. Endlich erlebt man den Doppel-Null-Agenten mal von einer etwas härteren Seite, das Geheimagentenleben ist sicherlich kein Zuckerschlecken. Von der ersten Minute an kann der Film mit atemberaubenden Actionsequenzen aufwarten, die die Meßlatte für andere Actionproduktionen wieder ein gutes Stück höher legen dürften. Also die Parkour-mäßige Verfolgungsjagd zum Anfang hin ist eigentlich kaum zu toppen. Und doch gibt es hier und da immer mal wieder überraschende Wendungen, die die Spannung aufrecht erhalten. Und auch wenn es gerade zum Ende hin doch einige etwas schmalzige Szenen gibt…Schwamm drüber, das hier ist definitiv einer der guten James Bond Filme. Einer der besten der letzten Jahre. Kann man sich auf jeden Fall anschauen und Spaß dabei haben :-)

 

Bernd Begemann live im Exhaus

Ein gutes Jahr nach seinem letztem Auftritt im Exhaus hat sich Bernd Begemann heute endlich mal wieder in Trier blicken lassen. Im Gepäck natürlich das neue Album „Ich werde sie finden”, auch wenn es davon live überraschend wenige Stücke zu hören gab. Was aber ganz und gar kein Manko darstellen sollte, da der gute Herr Begemann ja auf ein umfangreiches Repertoire zurückgreifen konnte. Neben den Klassikern „Unten am Hafen”, „Fernsehen mit deiner Schwester”, „Nichts erreicht außer dir”, „Bleib zuhause im Sommer”, „Zweimal 2. Wahl” und vielen anderen mehr gab es aber auch den Live-Kracher des letzten Jahres „IKEA-Falle”, der es verdientermaßen auf das aktuelle Album geschafft hat.
Gewissermaßen war es mal wieder ein typisches Bernd Begemann Konzert, bei dem man nie so genau weiß was einen erwartet. Ein festes Programm gibt es nicht, der Bernd spielt was er eben spielen will, erfüllt aber auch gerne Publikumswünsche (selbst wenn er einige der gewünschten Stücke eigentlich nicht mehr spielen mag). Da er wieder alleine unterwegs war, gab es wie üblich auch einige karaoke-mäßige Versionen seiner Stücke, d.h. Halbplayback + theatralisches Schauspiel + versuchen die Töne zu treffen. Immerhin blieben einem die Drumcomputer-Orgien vom letzten Jahr erspart, dieses Mal hatte er zu zwei Rasseln zum Rhythmus angeben dabei.
Den Großteil des Abends gibt der Begebernd aber glücklicherweise dem Publikum was es will, nämlich den elektrischen Liedermacher. Rockigen Indie-Pop mit Improvisationen an jeder möglichen Stelle, die einfach nur gute Laune verbreiten. Und natürlich auch viele nicht ganz ernst gemeinte Ratschläge des Hobby-Philosophen.
Highlight des Abends waren die letzten beiden Publikumswunsch-Zugaben nach über 3 Stunden Konzert. Zuerst „Kein Glück im Osten” mit einer grandiosen Version von „Summer of 69” (von Bryan Adams) und „With or Without You” bzw. „One” (von U2). Einfach großartig. Und dann noch der Wunsch von Marie aus dem Publikum, die unbedingt noch „Wir werden tanzen” hören wollte. Gab’s dann auch, aber nur wenn sie mitsingt. Nach einigem hin und her stand sie dann auch prompt auf der Bühne und hat ihre Aufgabe mit Bravour gemeistert.
Und so ging nach knapp 3 ½ Stunden wieder ein sehr schöner Abend dem Ende zu. Aber der Bernd wird wiederkommen, ganz bestimmt. Und dann vielleicht auch mal wieder mit Band? Wäre schön…

 
16Januar2007

FURT Autogrammkarte

Ich hab ja schon fast nicht mehr damit gerechnet, noch eine Autogrammkarte des Farin Urlaub Racing Teams ergattern zu können, aber als dann heute mittag die von allen (!) Racing Team Mitgliedern unterschriebene Autogrammkarte im Briefkasten lag, war die Freude dafür umso größer.

FURT Autogrammkarte

Ein Hoch auf den die ärzte Fanclub und natürlich ein großes Dankeschön an das gesamte Racing Team!

 

Apple iPhone

Endlich ist es da…das Apple iPhone!! Auch wenn man lange genug darauf warten musste, hat sich das Warten definitiv gelohnt (okay, in Europa wird das Gerät wohl erst gegen Ende des Jahres verfügbar sein, aber jetzt wo man weiß dass es wirklich wahr ist, da hält man die paar Monate auch noch aus, oder?). Apple stellt nicht nur alle anderen Handys in den Schatten, sondern dazu gleich auch noch alle PDAs und natürlich sowieso alle tragbaren MP3- und Videoplayer.
Video iPod-Funktionalität? Klar kann man auf dem iPhone Videos kucken – im Breitbandformat und mit einer Auflösung von 160dpi!! Normale iPod-Funktionalität? Aber selbstverständlich. Die neue Navigation ausschließlich mit den Fingern sieht nach einer Menge Spaß aus, vor allem das Navigieren durch die virtuelle Plattensammlung mittels CoverFlow (wie in iTunes, nur deutlich cooler, wenn man wirklich mit den Fingern durch die „Kiste” wühlen kann) kann hier beeindrucken. Dass das iPhone eine Kamera hat, muss wohl sein, ist aber auch nichts besonderes (außer mir ist da was entgangen).
Ja, aber das iPhone ist weit mehr als die Kombination von iPod und Handy. Es ist nämlich ein vollwertiger PDA (oder könnte dies zumindest werden). Als Betriebssystem wird eine (abgespeckte) Version von OS X (wie geil ist das denn bitteschön??) inklusive des Apple-eigenen Safari Browsers, eines Mailprogramms und verschiedenen Widgets eingesetzt. Webseiten werden so dargestellt wie an einem „normalen” Rechner, mit zwei Fingern kann man in Webseiten und Fotos rein und rauszoomen. Das macht wohl gerade in Applikationen wie Google Maps richtig Sinn und auch jede Menge Spaß. Push E-Mail wird natürlich auch unterstützt (braucht da noch jemand einen Blackberry? Ich glaube nicht!).
Ja, und diese ganze Funktionalität mit nur einer einzigen physischen Taste am Handy? Tja, ein gigantischer (für Handy-Verhältnisse) Touchscreen macht’s möglich. Ich bin sehr gespannt darauf, irgendwann mal so ein Gerät in Händen zu halten, aber das alles klingt fast zu gut um wahr zu sein. Natürlich muss man preislich etwas mehr bezahlen als für ein 08/15-Handy (499 bzw. 599 Dollar mit einem 2-Jahres-Vertrag in den USA), aber ich denke das iPhone wird den Mehrpreis wert sein. Denn etwas vergleichbares gibt es auf dem Markt einfach noch nicht. Und bis zum Jahresende hat man ja auch noch etwas Zeit zum Sparen…

Also die Keynote von heute abend muss wirklich der Hammer gewesen sein. Wäre schön wenn der QuickTime-Stream so langsam online gehen würde. Bis dahin bleiben aber immerhin die Maßstäbe setzenden Produktpräsentationsseiten auf der Apple-Webseite. Da läuft einem wirklich das Wasser im Munde zusammen.

 

Best of 2006 - Musikalben

Und los geht’s mit meiner 2006-Rundschau. Zwar etwas später als die meisten anderen, aber egal. Dafür hab ich bei der Musikalbenauswahl diesmal auch richtig zugeschlagen. 49 (+1) Alben sind es diesmal geworden. Bei einer Top 10 hätte es wahrscheinlich ja doch nur wieder zu einem Best of GHVC gereicht, daher bin ich dieses Mal direkt in die Vollen gegangen.
Ohne richtige Gewichtung hab ich mal ein kleines Mosaik mit den Albencovern meiner Liebligsalben des vergangenen Jahres zusammengestellt. Alle aufzuzählen ist mir gerade etwas zu mühsam, daher nenne ich hier exemplarisch nur ein paar Künstler. Falls ihr fragen habt, welches Cover welche CD ist, könnt ihr ja einfach einen Kommentar hinterlassen.

Okay, kommen wir zur Liste. Mit dabei natürlich auf jeden Fall die Arctic Monkeys. DER Newcomer des Jahres und wirklich ein fantastiches Album, das man immer und immer wieder hören kann. Dann natürlich ebenfalls mit dabei Billy Talent. Endlich der verdiente Durchbruch mit dem zweiten Album, das fast genauso gut wie das Debütalbum ist. Überragend das neue Album von Olli Schulz, dessen Songs jetzt auch endlich so gut klingen dürfen, wie sie schon immer waren. Erfrischend anders dieses Jahr fand ich die Alben von Panic! At the Disco, Yo Yo Yo und Hot Chip. Sollte man auf jeden Fall mal reinhören. Ebenso toll sind einige interessante deutsche Produktionen, nämlich das Album von Fotos (die die Tage hier in Trier live spielen werden :-) und ClickClickDecker, einfach genial. Neuentdeckung des Jahres war für mich Danko Jones – ein fettes Rockalbum und eine super Band. In der Rock-Kategorie konnten bei mir dieses Jahr auch noch The Kooks und Milburn mit überragenden Debütalben punkten. Aus deutschen Kreisen gab es dann endlich wieder was neues von Tomte, Clueso, Bosse, Madsen, Pale (die vor allem live auf dem GHVC-Festival begeistern konnten), Kante, Blumentopf, Dendemann (eeeendlich!!), Jan Delay, Klee und Peterlicht. Und bevor ich jetzt doch alle Künstler aufzähle, zum Schluß noch die interessantesten deutschen Debütalben. Da wäre bei mir als die ärzte-Fan natürlich zu allererst das Album von Bela B. zu nennen, welches mich wirklich positiv überrascht hat, dann das Soloalbum von der endlich erwachsen gewordenen Jasmin Wagner (mit prominenter Unterstützung von Bernd Begemann), das Emanzipationsalbum von (der hund marie) (steht Olli Schulz wirklich in nichts nach) und die deutsche Swing-Entdeckung Roger Cicero.

Die kleine DreigroschenoperOkay, das war’s… Fast… In die Collage haben ja nur 49 Alben-Cover gepasst, eigentlich wollte ich aber eine Top 50 machen. Naja, nicht so tragisch, aber dafür hab ich noch eine Lieblings-EP des Jahres, ein kleines Album sozusagen. Und zwar ist es die Neu-Interpretation der Dreigroschenoper von Slut. Wirklich sehr zu empfehlen, wie hier den alten Songs neues Leben eingehaucht wird. Und irgendwann, irgendwann kommt vielleicht auch die große Dreigroschenoper raus. Bis dahin bleibt aber „Die kleine Dreigroschenoper” auf jeden Fall ein Geheimtipp des vergangenen Jahres 2006.

 
01Januar2007

Ein frohes neues Jahr!

Ich wünsche allen Freunden und Lesern ein frohes neues Jahr 2007! Hoffentlich seid ihr gut reingerutscht und nicht allzu verkatert. Ich bin im Moment einfach nur etwas müde, aber ich denke für Neujahr ist das schon in Ordnung ;-)

Dieses Jahr wird hier definitiv wieder mehr gebloggt werden. Zudem steht in Kürze eine längt überfällige Überarbeitung meiner Seite an. In Planung befindet sich weiterhin ein Webstandards-Weblog, dazu aber an dieser Stelle bald mehr…

Mittlerweile habe ich übrigens endlich eine Wohnung in der Trierer Innenstadt gefunden. Internetzugang habe ich zwar noch keinen, aber das sollte sich in den nächsten Tagen ändern. Ich bin jedenfalls guter Dinge!

Wenn ich dazu komme, wird es in den nächsten Tagen noch meine persönlichen Bestenlisten geben, natürlich vor allem was musikalische Neuerscheinungen des Jahres 2006 angeht. Auch wenn es mir von Jahr zu Jahr schwerer fällt.

So oder so werdet ihr in der nächsten Zeit wieder mehr auf meiner Seite zu lesen haben. Es geht weiter!!