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11:59 pm
Deconstruction! 2006, Trier Messehalle, 30.04.2006
Was im Jahr 1999 mit einer Tour durch ganz Europa begann, fand jetzt mit nur noch einer Veranstaltung im Jahre 2006 wahrscheinlich sein Ende. Die Rede ist von der Deconstruction!-Tour, die in den letzten Jahren eigentlich immer ein interessantes Aufgebot an Punkbands und Skateboard- und BMX-Künstlern zu bieten hatte. Dieses Jahr gab’s leider nicht mehr ganz so illustre Gäste, auch das Rahmenprogramm ist komplett unter den Tisch gefallen. Die Veranstaltung wurde von der großen Arena in die kleine Messehalle verlegt. Und die wurde nichtmal voll. Die Jugend hört heute anscheinend nur noch Aggro-HipHop. Anders ist die Misere eigentlich kaum zu erklären…
Naja, zum Abschluß gab’s dann aber wenigstens noch zwei Topacts zu bewundern, nämlich No use for a Name und Me First and the Gimme Gimmes. Von den anderen auftretenden Künstlern hatte ich vorher noch nichts gehört und deshalb habe ich auch darauf verzichtet, mich 7 Stunden mit Punkrock zudröhnen zu lassen. Zumal die Akustik in der Messehalle auch eher suboptimal ist…sprich, es dröhnt wirklich.
Daher ging’s dann für uns erst gegen 20.00 Uhr los. Noch ein bisschen The Bouncing Souls, Raised Fist und dann ging’s zum Glück in den melodiöseren Teil des Abends über.
Die Punkrock-Veteranen No Use for a Name stürmen die Bühne. Endlich steigt die Stimmung in der Halle. Die Menge tanzt und pogt fröhlich vor sich hin und endlich kann man auch mal mitsingen. Die Distanz die bei den vorherigen Bands aufgekommen ist, ist jetzt jedenfalls vergessen. Leider ist der Auftritt etwas kurz geraten, aber das ist bei Festivals ja nicht anders machbar.
Bleibt also noch der Hauptact: Me First and the Gimme Gimmes, die Punkrock-Supergroup, die ausschließlich Coverversionen spielen. Hab ich mir live irgendwie anders vorgestellt, also vor allem die Typen waren schon echt kurios mit ihren Glitzergitarren. Und Spike Slawson, der Sänger, kann wirklich absolut nicht singen. Aber darum ging es auch gar nicht, denn alle wollten nur eine riesige Party feiern und Spaß haben. Und dieses Ziel wurde auf jeden Fall erreicht. Die besten Hits der 60er bis heute, plus einige Kostproben aus dem demnächst erscheinenden Western-Cover-Album. Man darf gespannt sein, was da noch auf uns zukommen wird…
Alles in allem war es ein sehr schöner Abend, und falls es wirklich das letzte Deconstruction!-Konzert gewesen sein soll, auch ein würdiger Abschluß. Und wann wird man schon nochmal die Chance haben, Me First live zu sehen? Die Gelegenheit durfte man sich einfach nicht entgehen lassen…
Bewertung: 5 von 6
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