Archive for März, 2006

Tom LiwaTom Liwa in Trier – kein seltenes Ereignis, aber ein Ereignis das man auf jeden Fall wahrnehmen sollte. Ich kam ja bisher erst einmal in den Genuss eines Tom Liwa Konzerts, und zwar fast genau vor einem Jahr in Leipzig (siehe auch meine Konzertkritik von damals) und musste die Gelegenheit, dem guten alten Tom quasi direkt vor meiner Haustür zu lauschen, natürlich beim Schopfe packen.

Los ging es etwas ungewohnt mit vor sich hin plätschernder Meditationsmusik. Dann nach einer knappen halben Stunde – ein bärtiger Mann betritt die Bühne. Ist das etwa Tom Liwa? Hmm, okay, hat sich seit dem letzten Mal ganz schön verändert. Aber auf Äußerlichkeiten sollte es ja heute Abend nicht ankommen. Um in die richtige Stimmung zu kommen, wurde erstmal der ganze Balkensaal mit mitgebrachten Kräutern (Weihrauch?) eingeräuchert. Immer und immer wieder. Dann verschwand Tom nochmal kurz hinter der Bühne und dann ging es auch schon los. Naja, zumindest nachdem er sich Schuhen und Strümpfen entledigt hatte und sein Hemd halboffen war.
Da Tom alleine war und nur zwei (halb-)akustische Gitarren und eine Harfe auf der Bühne standen, konnte man einen ruhigen, aber auch sehr schönen und entspannenden Abend erwarten. Von den Lieder kannte ich mal wieder nur etwa die Hälfte, aber das machte gar nichts. Denn das schöne an Tom Liwa Konzerten ist ja diese Intimität und das man einfach nur zuhören und die Texte auf sich wirken lassen kann. Trotzdem gab es natürlich auch einige mir bekannte Stücke, wie die Klassiker vom „St. Amour“ Album „Seltsames Mädchen“ in der Hautarzttochter-Version, „Für die linke Spur zu langsam“ in einer wunderschönen, ruhigen Akustik-Version, „Gib ihnen was sie wollen (brauchen)“, „Casanovas Rückkehr zum Planet(en) der Affen“ und als Zugabe ein etwas textunsicheres „Julianastraat“.
Ansonsten natürlich auch vieles von den letzten beiden Alben wie „Eliah“ oder „Traumdeuter“. Und schon was neues vom kommenden Flowerpornoes-Album: „Apfelkern“. Da darf man wirklich gespannt auf das neue Album sein. Und Klee sollen auf ihrem neuen Album auch wieder was von Tom covern. Bei seinem letzten Konzert in Köln durfte er nämlich für Klee die Akkorde von seinen Stücken rausschreiben. Tja, Faulheit siegt ;-)
Als zum ersten Mal an diesem Abend eine Saite riss, bekundete Tom seine Symphatie zur Eintracht Trier, die zeitgleich zum Konzert noch ein Spiel hatte, und erkundigte sich nach dem Spielstand, nur um kurz darauf mit den Fangesängen seines Heimatvereins MSV Duisburg loszulegen: Wir sind Zebras weiß blau, unser Klub, der MSV.. Ähm, ja ;-)
Als die zweite Saite des Abends riss, deutet sich leider langsam aber sicher das Ende des Konzerts an. Das letzte Lied wurde noch brav zu Ende gespielt und dann gab’s auf der Harfe noch einen kleinen Rausschmeißer: Ihr könnt nach Hause gehen, ihr könnt nach Hause gehen…. Tom hatte während des Konzerts keine Lust gehabt Harfe zu spielen, aber so ganz ohne konnte man ihn natürlich nicht gehen lassen. Ansonsten hat die Harfe aber immerhin super zur Deko gepasst.

Was mich mal wieder sehr gewundert hat ist, wie wenig bei dem Konzert los war. Grob geschätzt waren vielleicht 50 zahlende Gäste anwesend. Deutlich weniger als z.B. beim letzten Bernd Begemann Konzert. Einerseits schade, andererseits ist es aber natürlich auch schön dass man Tom noch immer in diesem kleinen gemütlichen Rahmen genießen darf. Ich sag nur erste Reihe…

Schließen möchte ich mit einem Zitat aus einem der schönesten Lieder des aktuellen Albums „Glauberg/California“, „Eliah“:

Ich bin dabei zu lernen mich nicht mehr zu beschweren
mich nicht mehr gegen die Erfahrung zu wehren
aus freiem Herzen meinen eigenen Weg zu wählen
ohne zu rechnen, ohne zu zählen

Bewertung: 6 von 6

 
16März2006

Danke Grup Tekkan

Danke liebe Grup Tekkan dass ihr meine Besucherzahlen seit der letzten Woche mal eben verzehnfacht habt (allein heute knapp 700 Besucher!). Ich freue mich dass ihr morgen abend exklusiv bei TV Total nochmal allen zeigen könnt, was ihr live drauf habt, wenn ihr “Sonnenlicht” zum besten gebt. Weiterhin hoffe ich aber auch dass der Hype sich bald wieder gelegt hat und wir irgendwann endlich wieder gute Musik hören dürfen. Wir hatten unseren Spaß, ihr hattet euren Spaß, aber so langsam reicht’s doch wirklich! Wo bist du mein Sonnenlicht…

 

Heute Abend wurde bei Das Ding exklusiv die neue Single von Bela B. vorgestellt, welche am 15.4. offiziell erscheint: Tag mit Schutzumschlag. Soundmäßig kann man ganz klar Die Ärzte raushören, was ja aber nicht unbedingt was schlechtes ist. Wer sich das ganze nochmal oder überhaupt mal anhören will, kann entweder mal bei “Das Ding” im Archiv rumstöbern oder einfach auf folgenden Link klicken:
Bela B. – Tag mit Schutzumschlag (AAC, 3,2MB) (Rechtsklick wär’ nicht schlecht)
Die Qualität ist nicht optimal, da es sich um einen Radiomitschnitt handelt, aber für einen ersten Eindruck reicht’s.

Update:
Da die Single mittlerweile veröffentlich wurde, habe ich den Link zum Radiomitschnitt entfernt. Wer trotzdem mal in den Song reinhören möchte, kann das z.B. im iTMS tun.

Achja, Text gibt’s natürlich auch noch (ohne Garantie auf Korrektheit):

Kindersex im Internet
Live im Kannibalenchat
Die NPD wirbt um unser Vertrauen
Terroranschlag simultan
Fahrt zur Arbeit nicht mit der Bahn
Von welcher Arbeit reden wir genau?

Wie schön wäre ’ne Pause jetzt
Wo keiner schreit und keiner hetzt
Und jeder einfach mal die Schnauze hält
So ein Tag wär wunderschön
Es würd’ uns so viel besser gehen
Ein Durchatmen für die ganze Welt

Niemand stirbt und niemand leidet
Niemand, der sich heute beklagt
Niemand ist böse, weil niemand mehr streiten mag
An diesem schönen Tag — der Tag mit Schutzumschlag

Ein Wahlbetrüger, dumm wie’n Klo
Führt wieder Krieg im Nirgendwo
Berufen von Gott dem Allmächtigen
Kommt einer her und sagt mir
Was soll all der Schmerz und all der Hass
Die unser Leben beeinträchtigen?

Und ich denk mir
Wie kann das gehen?
Der Tag heut’ wäre richtig schön
Macht der Wunsch mich schon zum Verdächtigen?

Niemand stirbt und niemand leidet
Niemand, der sich heute beklagt
Niemand ist böse, weil niemand mehr streiten mag
An diesem schönen Tag
Wenn ich es euch doch sag
Ein Tag, den jeder mag — der Tag mit Schutzumschlag

Niemand stirbt und niemand leidet

Nach fünfmaligem Hören find ich den Song übrigens ganz okay und bin jetzt doch sehr auf das Album gespannt…

 

Wer sich das hier bis zum Ende ankucken und vor allem anhören kann ist wirklich absolut schmerzfrei…

(via Nerdcore)

Update: Mittlerweile hat auch die Bunte die, ich zitiere, “pfälzischen Arctic Monkeys”, entdeckt. Sie heißen Ismael und Selcuk alias Grup Tekkan und haben mit ihrem Freund Fatih Hira zusammen diesen furchtbaren Song verbrochen. Natürlich wollen sie Stars werden und haben angeblich auch schon Angebote von mehreren Plattenfirmen erhalten. Ich frag mich langsam echt wo das noch alles enden soll…

(via Spreeblick)

Update 2: Jetzt heißt’s auch bei SAT.1 “Isch liebe disch”. Blitz hat die drei Jungs interviewt: Der Kult um Deutschlands seltsamste Boygroup. Da kommt ganz schön was auf uns zu…

(danke an Christoph für den Hinweis)

 

Aufgrund akuten Zeitmangels aber ebenso akuten Mitteilungsbedürfnisses hier meine Highlights der Woche:

Und hier noch ein paar sehr empfehlenswerte neuentdeckte Podcasts: