12Juli2005
9:00 am

Trierer Moselfest, Zurlauben 2005 

So, hier nun noch eine kurze Zusammenfassung des diesjährigen Trierer Moselfests…featuring Chock-A-Block, Undercover, 4Deep und Snailshouse

Für mich ging’s samstags mit Chock-A-Block los. Deutlich besser als ich sie in Erinnerung hatte, aber irgendwie doch nicht so ganz mein Ding. Also posen können sie auf jeden Fall ziemlich gut, und musikalisch sind sie auch nicht schlecht, aber…ach ich weiß auch nicht, aber muss man wirklich alles covern? Sowas wie „Westerland“ oder „Zu spät“ will ich live einfach nicht mehr hören, zumindest nicht wenn es genauso klingt wie die Originale aus den 80ern. Das ist albern. Entweder man hat seinen eigenen Stil oder…naja oder eben nicht. Chock-A-Block haben ihn definitiv nicht. Schade eigentlich, denn technisch machen die Jungs schon einen versierten Eindruck… Die selbstkomponierten Stücke konnten bei mir leider auch nichts mehr reißen, durchgehend Balladen… Dann doch lieber nochmal „Ab in den Süden“…oder vielleicht doch „Symphonie“? *argh* Egal, die Stimmung war trotzdem fantastisch, was ja auch irgendwo für die Band spricht. Sie wissen auf jeden Fall wie man Stimmung macht und sie geben dem Radio-Hörer was er will, aber manchmal wäre hier weniger auch mehr gewesen. Und das Problem ist halt auch…ich bin kein Radio-Hörer *g*.

Bewertung: 4 von 6

Am nächsten Abend ging’s dann weiter mit Undercover aus Bitburg. Wer schon dachte der Name wäre unkreativ, der sollte sich das ganze erstmal live reinziehen. Also mit Musik hat das ganze nicht mehr viel zu tun. Eher mit Comedy. Oder war das alles ernst gemeint? Also der Sänger erinnerte mich doch sehr an den David Hasselhoff aus der Baywatch-Phase und ich hab die ganze Zeit vergeblich auf ein „Looking for Freedom“ oder „Crazy for you“ gewartet… Stattdessen gabs aber andere tolle Stücke wie z.B. „Enter Sandman“ oder „Killing in the Name of“ , zu denen prima getanzt wurde. Also auf der Bühne jetzt. Discofox oder so. Tolle Boygroup-Moves. Also ich mein..erstmal Respekt für „Killing in the Name of“! Das hab ich live noch nie von einer Coverband gehört. Musikalisch war’s auch okay und druckvoll und alles, aber…der Sänger…ohje
Fuck you!! i won’t do what you tell me!!! shalalalala, und das dann noch im Chor mit der Sängerin..also sind wir hier bei der Bravo Super Show oder was? Schlimm schlimm schlimm…
Alles getoppt haben sie dann natürlich gegen Ende noch mit „Symphonie“. Also es gibt dieses Jahr ja irgendwie ziemlich viele schlimme „Sommerhits“ (dieses nervige Lonely, der Crazy Frog und was weiß ich noch alles), aber „Symphonie“ bekommt in meiner Hate-List auf jeden Fall einen Ehrenplatz! Also wie gesagt, das Lied an sich ist schon schlimm. Wenn man dann aber nicht mal die Töne treffen kann, sollte man es vielleicht besser sein lassen. Das klingt sonst nämlich alles andere als gut. Und nein, nicht jeder muss ein Popstar werden! Schmeißt euer Leben doch nicht einfach weg!!

Bewertung: 3 von 6

Kommen wir zum heimlichen Highlight des Abends: 4Deep. Hip Hop aus Trier. Es gibt ja mittlerweile schon einige Crews aus Deutschlands ältester Stadt, aber die hier sind echt ganz okay :-) Wie sich das gehört kamen die Beats natürlich vom Band und dann wurde halt drüber gerappt. Old School Rap. Klang auch insgesamt so wie deutscher Hip Hop vor zirka 10 Jahren mal klang, nicht schlecht, nicht besonders kreativ, aber eigentlich ganz okay. Was dann aber wirklich sehr cool war, war die Hymne an Trier…ein Song namens „Trier City“. Und den will ich hiermit auch direkt jedem ans Herz legen, denn man kann ihn kostenlos von der Website von 4Deep runterladen (hier nochmal als Direktlink: Trier City). Auf der „Trier City“ EP gibt’s übrigens auch noch einen tollen Mahatmahitler (das waren die mit dem Jeremy seiner Gang) Disstrack (Technisches K.O.).

Bewertung: 4 von 6

Am nächsten Abend gab’s dann zum Abschluß schließlich Snailshouse. Die hatte ich jetzt ja schon etwas länger nicht mehr gesehen und gehört und auf dem Altstadtfest ja knapp verpasst. Insofern hab ich natürlich schon einiges erwartet und wurde zum Glück auch nicht enttäuscht. Die Stimmung im Publikum war zwar leider nicht ganz so gut wie z.B. bei Chock-A-Block zwei Tage vorher, aber vielleicht lag das auch am Wochenbeginn. Musikalisch gab’s nämlich absolut nix auszusetzen. Viele Stücke von den letzten beiden Alben, aber natürlich auch mindestens genau so viele Coverstücke, damit die (Noch-)Nicht-Fans auch was zum mitsingen hatten. Unter anderem auch ein bestimmt 10-minütiges AC/DC-Medley, bei dem der Schlagzeuger sich mal wieder richtig die Seele aus dem Leib schreien durfte. Und als weiteres Highlight gab’s dann auch noch ein überlanges Andy-Solo (ebenfalls Schlagzeug) vom Feinsten. Insgesamt knapp 3 Stunden Musik und dann kam der Bus…

Da konnt ich dann z.B. darüber nachdenken warum in diesem Jahr wirklich jede Coverband immer und überall „Runaway“ von Bon Jovi spielen musste. Das Lied ist doch uralt und auch nicht wirklich ein Klassiker gewesen, oder? Also mittlerweile glaub ich ja schon fast dass es doch ein Klassiker war und das ganze nur irgendwie an mir vorbeigegangen ist, aber…also Chock-A-Block haben’s gespielt, Undercover haben’s gespielt und Snailshouse auch (die übrigens noch am besten von allen, aber trotzdem nervt das Lied gewaltig). Übrigens wird das Lied auch sehr gerne in Verbindung mit „It’s My Life“ gespielt, nur mal so als Vorwarnung ;-)

Bewertung: 5 von 6

Naja egal, war auf jeden Fall ein schönes verlängertes Wochenende mit toller, zudem noch kostenloser, Musik. Und der Wein war natürlich auch nicht zu verachten :-)

2 Comments

  1. 22. November, 2005 @ 6:49 pm
     Kathi:

    Hallo!
    Das Moselfest in Trier ist zwar schon etwas her, aber ich hab heute erst gelesen, was du zu Chock A Block geschrieben hast.
    Ich bin auf jeden Fall nicht deiner Meinung, dass diese Band keinen eigenen Stil hat! Und “Westerland” und “zu spät” spielen sie garantiert nicht so wie die Ärzte in den 80ern gespielt haben. Wenn dich überzeugen willst, dann solltest du die evtl. mal ne Ärzte CD aus diesen Jahren anhören!
    Nur weil das nicht deine Musik zu sein scheint, heißt das noch lange nicht, dass die Band nur die Charts rauf und runter spielt!
    Außerdem haben sie auch “Killing in the name of” im Programm! Die Band spielt die Lieder die sie auch selber hört! Der Sänger z. B. ist ein riesen U2-Fan und spielt zusammen mit dem Keyboarder auch mal das Lied “Running to stand still”. Dieses Lied wirst du auf jeden Fall vergeblich in den Charts suchen!
    Ich denke, wenn diese Band keinen Stil hätte, würden nicht so viele Fans (nicht nur kleine 14-Jährige Mädchen) regelmäßig die Konzerte besuchen!
    Noch dazu kommt, dass die eigenen Lieder nicht alle Balladen sind die CD kannst du dir ja auf der Homepage bestellen, wenn du mir nicht glaubst!
    Außerdem ist es doch wohl das wichtigste, dass eine Band den Spass, den sie auf der Bühne haben unters Publikum zu bringen, und das kann CAB auf jeden Fall!
    Die Band besteht aus 5 genialen Musiker von denen 3 auch selbst Musikunterricht geben! Der Bassist studiert sogar an der Pop Akademie in Mannheim und hat gestern Nacht den Bundesrockpreis mit seiner Band Peilomat gewonnen!
    Außerdem sieht man auf der Bühne, dass die Jungs sich auch privat sehr gut verstehen und super zusammen passen!
    Falls du Chock A Block noch einmal sehen und hören solltest, Wäre es nich schlecht, wenn du dich mal auf sie einlassen und versuchen Spass zu haben! Denn wenn sie etwas können, dann ist es doch wohl dem Publikum eizuheizen!!!
    VLG Kathi aus Bitburg

  2. 28. März, 2006 @ 12:19 am
     Vroni:

    Hi, ich will mich hier garnicht zu den einzelnen Coverbands äußern, Trier ist halt ne Cover-Hochburg. Und mir ist auch klar dass auf dem Altstadtfest die Leute hauptsächlich Cover hören wollen um abzufeiern. Die Masse hört halt die Charts! Aber ich fände es mal toll wenn der oder die Veranstalter auch mal an sehr gute, vielleicht auch, Newcomerbands denken würden, die nicht diese Mucke spielen. Ob’s nun SKA ist oder ich weiß nicht was, auch das und gerade das ist sehr tanzbare Mucke. Muss ehrlich sagen (und das hat jetzt nichts mit der Qualität der Coverbands ansich zu tun), ich hab mich echt gelangweilt, geh ich zum Hauptmarkt wird was von Robbie W. gespielt, geh ich weiter zur Nagelstraße, kommt dasselbe Lied. Finde ich persönlich echt bisschen arm für Trier. Schade für so viele andere geniale Bands aus der Stadt, die ihr Potential nicht zeigen können, nur weil’s dem Veranstalter um Geld geht und die Garantie dass viele Leute kommen. Zum Glück gibt’s ja beim Altstadtfest auch an einigen Ecken noch gute andere Musik, z.B. spanische etc.
    Ich fände es wünschenswert wenn die Nicht-Coverbands oder die, die hauptsächlich Eigenes machen genauso gefördert würden wie die Jazz-Szene und der Jazz-Nachwuchs in Trier. Denn das läuft wirklich gut. Das fängt schon bei Proberäumen an, in anderen Städten gibt’s weitaus größere Möglichkeiten wo Bands untergebracht werden können um ihren Talenten Ausdruck zu verleihen und dran arbeiten können. Das hat auch sehr viel mit Kultur zu tun. Ich finde da macht die Stadt Trier noch zu wenig. Die P-Räume die’s gibt sind alle doppelt und 3fach belegt. Es gäb sicherlich noch viel mehr Möglichkeiten P-Räume für Bands einzurichten wenn man nur wollte. Was ist beispielsweise mit den ehemaligen Kasernen etc.? Leider gibt’s einige Bands die sich irgendwann wieder auflösen, einfach aus dem Grund weil sie nach längerem Suchen keinen Raum gefunden haben.
    Ist doch schade! Wir sollten die Kreativität der Jugend fördern!
    Vielleicht verirrt sich ja irgendein Verantwortlicher mal hier auf der Seite!

 

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