19Dezember2004
11:59 pm

Sportfreunde Stiller: “Die letzte Tour 2004″ Tour in Trier (Special Guest: Ash) in der Messeparkhalle Trier 

Sportfreunde Stiller

Dies wird meine erste Konzertkritik anhand von kleinen Audiomemos, die ich mit dem Handy aufgenommen habe, werden. So hoffe ich möglichst wenig zu vergessen. Mal schauen wie gut es klappt…

Los ging es gegen kurz nach 19 Uhr vor der Messeparkhalle in Trier. Eine Riesenschlange vor der Halle. Es ist kalt. Normaler Zustand für die Messeparkhalle. Bei quasi allen Konzerten in der Messeparkhalle, an die ich mich erinnern kann, war es vor dem Konzert eiskalt und man stand mindestens ne halbe Stunde in der Schlange, obwohl man schon eine Karte hatte. Warum sollte das also heute Abend anders sein…

Immerhin waren wir dann pünktlich zum Konzertbeginn um 20.00 Uhr in der Halle. Und dann ging es auch gleich los. Vorgruppe war dieses Mal Ash, und die haben sehr ordentlich gerockt. Wie man auch schon auf der letzten Platte gemerkt hat, haben Ash zwar immer noch sehr poppige und eingängige Melodien, allerdings wurde es auch immer rockiger. Und dass Ash richtig abrocken können, haben sie dann auch bewiesen. An die Setlist kann ich mich leider nicht mehr so richtig erinnern, es wurde aber glaub ich viel vom neuen Album gespielt (also so fern man das bei nem 40-minütigen Auftritt überhaupt sagen kann). “Orpheus” war live noch ne Spur druckvoller als auf Platte und zum Abschluß gab’s natürlich auch noch den Hit “Burn Baby Burn”. Oh, aber vorher gab’s noch eine Überraschung: bei “Oh Yeah” gab’s nämlich Unterstützung von Peter von den Sportfreunden, der Gitarre spielte und eine Strophe sang. Der Gesang und vor allem das Englisch waren jetzt nicht besonders toll, aber charmant wie immer, und wie heißt’s so schön in “1. Wahl”: “Wir können auch nicht singen, haben wir auch nie gesagt” ! :-) Nach 40 Minuten war der Auftritt leider schon viel zu früh zu Ende. Aber egal, es hat ordentlich gerockt und es gab keine Durchhänger :-)

Als ich in der Umbaupause dann mal kurz meine Ohrenstöpsel draußen hatte, war ich mir auf einmal nicht mehr so sicher ob ich die wegen der lauten Musik reingemacht hatte oder wegen dem Kreischen der Mädels. Das war echt schlimm…sind wir denn hier auf dem Kindergeburtstag? Auch später konnte man immer wieder schön sehen wie sich die kleinen Mädchen erst vorne verausgabten, dann irgendwann keine Luft mehr bekamen und schließlich wieder reihenweise nach hinten gegangen sind, um einem die Ohren vollzukreischen. Da man von hinten aber nix sieht, ging dann bald wieder eine Karawane noch vorne. Bis die Luft weiter vorne wieder eng wurde. Ein schönes kommen und gehen :) Oh, und wo wir grade bei den Fans sind…ich hab heute den unrhythmischsten Menschen gesehen, den man sich vorstellen kann. Nicht mal einen Musikantenstadel-auf-dem-Takt-Mitklatschen hat der hinbekommen…die ersten zwei zu früh, denn kurz gezögert, die nächsten beiden auch versemmelt..also entweder hat der was ganz anderes gehört als alle andere oder ich weiß es auch nicht. Sehr sehr seltsam…

Aber kommen wir zum Auftritt der Sportfreunde. Nachdem ich sie ja schon im Mai gesehen hatte und mir auch die Live CD angehört habe, hab ich ein ähnliches Konzert erwartet, wurde aber richtig überrascht. Nicht mal das bekannte “Die gute Seite” Intro ist geblieben..nein heute ging es mit einem Disco/Funk-Stück los, das aber zumindest ne kleine Melodie hatte die sehr nach dem “Die gute Seite” Riff klang. War auf jeden Fall schonmal prima geeignet um sich einzuwippen :)
Los ging’s dann auch nicht mit “Im Namen der Freundschaft” wie auf der letzten Tour, sondern mit dem alten Klassiker “Wellenreiten”. Und somit kochte die Halle ab der ersten Minute :-) Es folgten die größten Hits der bisherigen Alben, neues und altes gut durchmischt. Wobei man gemerkt hat dass das insgesamt doch sehr junge Publikum nur bei den Sachen vom neuen Album wirklich textsicher war. Aber das macht ja auch nix, die Stimmung bei den Sportis war wie immer auch bei diesem ersten Konzert in Trier super.
Da die Setlist zumindest von der Songauswahl doch sehr ähnlich war wie z.B. auch auf der aktuellen Live CD, beschränke ich mich im weiteren auf die Besonderheiten. Zum einen musste sich der Ash-Gitarrist noch revanchieren für das Feature von Peter bei “Oh Yeah”. Und das geschah dann ganz unerwartet in “Ich, Roque”. Auf einmal stand er einfach mit auf der Bühne, spielte die zweite Gitarre und legte mal eben ein ziemlich cooles Gitarrensolo hin, welches der Peter so wahrscheinlich nicht hinbekommen hätte :-) Aber dafür hat der ja andere Qualitäten, z.B. als Rapper ;-) So wurde dann auch halb improvisiert ein 1a Freestyle dargeboten…naja, es war auf jeden Fall gut gemeint und lustig :)
Ansonsten wurden heute ziemlich viele Coverversionen gespielt, was ich so gar nicht von den Sportfreunden gewohnt bin. Ich war positiv überrascht. Los ging’s mit “Ich war noch niemals in New York” von Udo Jürgens. Das wurde mal eben ans Ende von “Dirk, wie ist die Luft dort oben?” gepackt. Hat sehr gut gepasst und die Fans waren textsicher (vielleicht noch vom letzten Kindergeburtstag? ;-) . Und vor “7 Tage, 7 Nächte” gab’s ganz kurz angespielt “Narcotic” von Liquido…kennt das noch einer? :)
Mitten in “1. Wahl” hatte Peter plötzlich Lust auf ein Schlagzeugsolo, also musste Flo ran. Sowas hab ich auch noch nie gehört und vor allem gesehen. Erst fing er ganz leise und langsam auf den Becken an, dann stand er plötzlich auf der Bassdrum, hat sich vorne rüber gebeugt, und selbige mit einem Stick bearbeitet, während er mit dem anderen Stick noch auf den Becken rumfitschelte. Und so ist er freudig über sein Schlagzeug geklettert und hat komische Sachen gemacht. Zum Abschluß noch ein kleines “Backensolo” am Mikrofon. 10 Punkte für die Kreativität des Solos!!
Im ersten Zugabenteil wurde es dann plötzlich ruhig, fast unplugged, wäre da nicht noch die E-Gitarre von Rüde gewesen. Na gut, die Drumpads vom Flo brauchten auch Strom, aber immerhin hatte der Peter ne Akustikgitarre um :) Und erstmal spielte der Flo ja auch brav seine Melodika und die drei gaben “Andere Mütter” zum Besten. “Wenn ein Mensch lebt”, wie auf der letzten Tour, gab es leider nicht, dafür wurde aber eins meiner absoluten Lieblingslieder gespielt: “Wonderwall” von Oasis. Leider nur die ersten beiden Strophen + Refrain, und teilweise falsche Akkorde, aber egal. Das Lied ist einfach nur toll! Vor der “Guten Seite” gab’s noch ein recht lustiges Drumpadsolo: Gruselgeräusche und lustige Sounds die scheinbar aus Nase, Ohren und Kopf kamen. Klingt jetzt vielleicht doof, war aber wirklich lustig :-)
Im nächsten Zugabenblock gab es dann auch noch weiteres interessantes zu hören. Zunächst einmal wechselten Peter und Flo die Rollen, d.h. der Schlagzeuger spielte auf einmal Gitarre und sang, und der Sänger spielte auf einmal Schlagzeug, und das gar nicht mal schlecht. Respekt! Das Lied kannte ich leider nicht, aber wahrscheinlich handelt es sich dabei um eine B-Seite der drei. Danach dann noch eine Coverversion: “Gratitude” von den Beastie Boys vom “Check Your Head” Album. Ungewohnt, aber gut :-)
Nach drei Zugabenblöcken endete das Konzert nach knappen 2 Stunden mit dem obligatorischen “Spitze”. Doch auch das war wieder etwas anders als sonst und endete gleich in zwei Coverversionen. Zuerst “Troy” von den fantastischen Vier, die ja erst Anfang der Woche in Trier gespielt haben, und dann noch ein deutscher Text zur Melodie von “Hey Ya!” von Outkast. Ein perfekter Abend geht zu Ende und ich muß natürlich Höchstwertung vergeben. Die Sportfreunde haben sich mal wieder selbst übertroffen…

Bewertung: 6 von 6

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