Ich hab’s ja erst kaum für möglich gehalten, aber manchmal, ja manchmal kommen auch sehr gute Künstler nach Trier. Wie dieses Mal Bernd Begemann mit seiner Band Die Befreiung im Exhaus in Trier. Und fast keiner hat’s gemerkt. Der Balkensaal in dem das Konzert stattfand wollte irgendwie nicht so richtig voll werden. Vielleicht hat sich einfach noch nicht rumgesprochen was für ein begnadeter Entertainer dieser Bernd Begemann ist. Zugegeben, besonders viel kannte ich auch nicht von ihm. Aufmerksam geworden bin ich über die Single “Ich habe nichts erreicht außer dir”, die’s beim Tonspion kostenlos gab, dann ein Auftritt bei Sarah Kuttner, und da hat man schon gemerkt dass er was besonderes ist. Dann noch kurz in das aktuelle Album reingehört, für gut befunden und ab zum Konzert. Aber was man da erleben durfte, ist eigentlich gar nicht in Worte zu fassen. So ein Konzert hab ich bisher nämlich noch nicht erlebt. Ich weiß nicht was genau diesen besonderen Reiz ausmacht, aber Bernd Begemann hat es wirklich drauf das Publikum in seinen Bann zu ziehen. Zwischen den Liedern bzw. mittendrin erzählt er immer irgendwelche Anekdoten die überhaupt kein Ende mehr nehmen wollen, es wird teilweise einfach drauflos improvisiert und man weiß eigentlich gar nicht genau was da gerade passiert. Obwohl er sich sehr viele Freiheiten rausnimmt wird er immer perfekt von seiner Band unterstützt, die einfach phänomenal ist und scheinbar immer genau weiß was sie als nächstes zu erwarten hat. Die erste Enttäuschung kam nach einer Stunde. Bernd Begemann will aufhören. Aber alles nur falscher Alarm, er will nicht aufhören, er will nur eine kleine Pause machen. Ca. 15 Minuten. Hab ich zwar auch noch nie erlebt, aber gut, soll er machen. Da konnte man dann erstmal frische Luft schnuppern und realisieren dass das grade alles wirklich passiert und man selbst Teil davon ist. Danach gab es dann noch zwei Stunden Musik vom feinsten, mit nicht enden wollenden Zugaben, weil das Publikum einfach nicht genug bekommen konnte. Und Bernd schien es auch zu gefallen, denn obwohl er schon etwas angeschlagen war, kam er immer wieder auf die Bühne zurück und nahm sogar den ein oder anderen Songwunsch entgegen. Und erst nach knapp 3 Stunden ging dieses wunderschöne Erlebnis seinem Ende zu. Dann gab’s noch Autogramme und CDs, Poster, das übliche, aber nicht ganz. Denn so gab es z.B. auf jedem Autogramm eine persönliche Widmung, je nachdem für wen das Autogramm war und was ihm gerade so eingefallen ist. Fand ich schon sehr toll. Und überhaupt kann ich Bernd Begemann live nur empfehlen. Es gibt nichts besseres!!
Bewertung: 6 von 6





