So, das wird dann wohl mein letzter Artikel zur Campus Invasion werden. Im Rückblick muss man sagen dass das Festival eine riesige Party war, und das obwohl man von sehr vielen im Vorfeld gehört hat, dass es nicht ihre Musik sei. Haben die fantastischen Vier es schließlich rausgerissen? Nein, denn sogar bei 2raumwohnung, die am Anfang bei der Auflistung der Bands ausgebuht wurden, hat die Menge kräftig mitgetanzt und gefeiert. Aber fangen wir vorne an…
Um 15 Uhr, als Einlass war, fing es plötzlich wieder echt heftig an zu regnen. Also dacht ich mir, ich wart noch n halbes Stündchen. Was sich als gute Idee erwiesen hat, denn danach war es trocken und die erste Band fing eh erst um viertel vor vier an: Seesaw aus Salzburg, die Gewinner des Becks On Stage Wettbewerbs. Gar nicht mal schlechter Poprock, der zwar nicht vollends überzeugt hat, aber doch zumindest ein ganz guter Anfang für das Festival war. Schließlich muss ja auch noch eine Steigerung drin sein.
Bald ging’s dann auch schon weiter mit dem ersten “richtigen” Act: Toni Kater. Ich kannte eigentlich nur “Wo bist du” von MTV und erwartete einen Abklatsch von 2raumwohnung. Doch weit gefehlt, denn Toni Kater hatte die zwei Synthesizer eigentlich nur zur Unterstützung, ansonsten gab’s die normale Bandbesetzung Gitarre, Schlagzeug, Bass. Sehr schöne Songtexte und Melodien und sehr lustige Menschen im Publikum garantierten gute Laune. Und ein Autogramm hab ich später auch noch ergattert, wenn es auch das einzige bleiben sollte…
Als nächster auf dem Plan waren die Schweden-Rocker Mando Diao. Von denen kannte ich auch ziemlich genau ein Lied, auch wenn ich nicht mal den Namen kenne. Aber als sie auf die Bühne kamen, zeigten sie direkt wo der Hammer hängt. Kontrastprogramm pur, denn jetzt gab es R O C K! Und sowas hab ich echt noch nicht gesehen, die haben echt ihre ganze Energie in die Musik gesteckt und gespielt, als ginge es um ihr leben. Was dann auch das Publikum animierte rumzupogen. Doof nur dass ich direkt daneben stand. Naja, bin dann erstmal ein paar Meter zur Seite und hab mir das Spektakel aus sicherer Entfernung angesehen…
Als Erholung für die Ohren gab’s danach 2raumwohnung (ok, das mögen manche anders sehen
. Aber überraschend fand ich dass wirklich die meisten mitgefeiert haben, auch wenn Trier sonst eigentlich nicht auf Elektropop steht. Und überraschend fand ich auch dass sie ne richtige Band dabeihatten, zumindest mehr oder weniger. Ich hatte ja eigentlich nur mit nem Sampler und nem Synthie gerechnet, aber statt dessen gab’s zwar natürlich auch Sampler und Synthie, aber auch ne E-Gitarre und ein richtiges Schlagzeug. Naja, richtig kann man das auch nicht nennen, aber die Bassdrum und das Becken waren immer noch original, ansonsten halt ein Drumpad
Und das hat erstaunlich gut funktioniert, teilweise wurden die Stücke ein gutes Stück angerockt. Und ein paar neue Stücke wurden auch schon angespielt. Soweit man das nach dem ersten Hören beurteilen kann, sind sie ihrem Stil treu geblieben, aber warten wir mal ab wie die Studioaufnahmen werden. Das Highlight war der Song “Sexy Girl”, zu dem ein paar “sexy” Girls auf die Bühne geholt wurden. Irgendwie ist dann auch noch ein “sexy” Boy auf der Bühne gelandet, der schon leicht alkoholisiert rüberkam. Und wie die auf der Bühne getanzt haben, das war schon ein Bild für die Götter. Ich denk mal dass man davon auf jeden Fall noch was im Zusammenschnitt auf MTV sehen wird.
Als vorläufiger Hauptact eroberten dann die Söhne Mannheims die Bühne. Und es war schon ein tolles Bild, alleine schon von der Anzahl der Leute auf der Bühne. Zwei Schlagzeuger, zwei Keyboarder, ein DJ, vier Sänger und ein rappender Rastaman, dazu noch zwei Gitarristen und ein Bassist. Und ich hoffe dass ich jetzt keinen vergessen hab. Im Mittelpunkt stand natürlich Xavier Naidoo, der auch die meisten Ansagen gemacht hat. Seit den ersten Tönen wurde auch hier ausgelassen mitgefeiert. Und man hat sich nichtmal vom plötzlich einsetzenden Regnen stören lassen. Störend waren allein die plötzlich überall auftauchenden Regenschirmen in den ersten Reihen. Sowas hab ich auch noch nie auf nem Konzert gesehen. Also entweder Regenjacken oder (so wie ich) nass werden. Aber Schirme gehen ja wohl gar nicht… Zum Abschluss muss ich noch sagen dass live gespielter Hip Hop schon extrem geil ist. Das hat man dann ja auch später bei den fantastischen Vier gemerkt. Zu denen ich gleich komme…
Wochenlang wurde ja ein Geheimnis um den Special Guest gemacht. Und die Freude war sehr groß, als bekanntgegeben wurde dass es sich um die fantastischen Vier handeln soll. Gegen viertel vor 10 sollten sie das Ende dieses “fantastischen” Tages einläuten. Und sie schafften es natürlich mühelos, alle anderen Bands zu toppen. Langjährige Live-Erfahrung halt
Interessant war, dass in den neuen Live-Arrangements viele Elemente aus der Unplugged-Tour übernommen wurden, nur halt jetzt wieder mit verstärkten Instrumenten. Endlich haben sie auch Background-Sängerinnen, die z.B. bei “Le Smou” sehr gut zur Musik passen, im Gegensatz zu den Sängern, die das Unplugged doch immer so n bisschen verhunzt haben, zumindest ist das meine Meinung. Schön war auch dass es schon einiges vom neuen Album zu hören gab. Zum einen natürlich “Troy”, das live übrigens fast noch besser kommt als auf Platte, dann das schon von der Unplugged Tour bekannte “Pipis und Popos”, bei dem Smudo sonst immer mit Helium gespielt hat, diesmal durfte er aber seine Stimmbänder schonen und einen digitalen Effekt benutzen, und “Let’s get back to the Stuttgart Oldschool Rap”, ein Oldschool Partysong der besten Sorte. Ansonsten wurden natürlich auch viele Klassiker wie “Tag am Meer” oder “Krieger” gespielt. Bis der Auftritt dann leider viel zu schnell vorbei war. Als Zugabe das schon angesprochene “Troy” und, was mich sehr überrascht hat, “Love sucks”. Dann war es allerdings auch schon 23.00 Uhr und somit Sendepause. Aber eigentlich war’s mir ganz recht weil ich immer noch klatschnass war und nicht mehr stehen konnte. Und die Fanta 4 kommen ja im Dezember nochmal nach Trier…
Fotos hab ich leider keine gemacht, weil ich schon befürchtete dass es regnen könnte und die Kamera nass wird. So schlau ne Jacke oder nen Schirm mitzunehmen war ich natürlich nicht…
Wer trotzdem nen Eindruck von der Campus Invasion haben möchte, kann ja mal bei Marco Weber vorbeischauen, der ein paar Fotos und sogar Videos anbietet. Und ansonsten sollten in den nächsten Tagen auch bei MTV noch ein paar Fotos auftauchen…
Bewertung: 5 von 6 (wegen dem Regen)