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11:55 pm
Die Ärzte
Bevor ich’s ganz vergesse aufzuschreiben…ich war ja noch auf diesem grandiosen Konzert der besten Band der Welt, auch bekannt als Die Ärzte. Und zwar gastierten Die Ärzte mit Unterstützung von Olli Schulz (ohne der Hund Marie), Athena (die diesjährigen türkischen Eurovision Song Contest Teilnehmer) und Muff Potter im Strandbad Losheim. Nachdem ich Die Ärzte ja schon vor gar nicht allzulanger Zeit in Chemnitz gehört habe (mit sehen war da leider nicht allzuviel), hatte man jetzt endlich mal die Gelegenheit auch was von der Show zu sehen…
Aber fangen wir vorne an, nämlich mit Olli Schulz. Beziehungsweise mit Bela B., der das Publikum begrüsste und Olli Schulz ankündigte. Ich kannte ja schon Ollis Album “Brichst du mir das Herz, dann brech ich dir die Beine” und hatte schon einiges erwartet. Dann kam er aber ganz alleine auf die Bühne, ohne seine Band, dafür mit Gitarre. Und ich dachte erst, na mal schaun wie der das so ganz alleine hinkriegt vor 12.000 Leuten (ok, da wusste ich noch nicht dass es 12.000 Zuschauer waren, aber geschenkt
. Aber es dauert noch keine Minute da hatte er das Publikum voll im Griff. Also ich hab schon lange keinen mehr gesehen der so viel redet. Da kamen nichtmal die Ansagen der Ärzte später ran. Viele Lieder gespielt hat er nicht, dafür aber so ziemlich jeden im Musikgeschäft auf die Schippe genommen. Auch die richtig harten Punkrockbands und -fans. Aber konnte es ihm einer übelnehmen? Nein, dafür war er einfach zu charmant. Überhaupt ist es nicht möglich, das was er da auf der Bühne abgeliefert hat, in Worte zu fassen. Das muss man einfach live erleben!!
Nach einer guten halben Stunde war der Spass dann leider erstmal vorbei. Umbaupause. Rod betritt die Bühne und sagt die nächste Band and: Athena. Den meisten wohl vom Eurovision Song Contest bekannt (oder auch nicht). Die symphatische türkische Ska/Rockcombo vom Schluss war’s jedenfalls. Und die waren auch live echt nicht übel. Das einzige was mich gestört hab waren die orientalischen Harmonien und Melodien. Na gut, das ist halt echt Geschmacksache. Aber gerockt haben sie auf jeden Fall, und das Cover von “Should I stay or should I go” war auch nicht von schlechten Eltern.
Weitere Umbauarbeiten. Die Instrumente werden gestimmt. Farin betritt die Bühne und leitet über zum Tiefpunkt des Abends: Muff Potter. Nicht dass ich erwartet hätte dass sie gut sind, aber dass sie wirklich sooo schlecht sind. Das hätt ich ja nicht gedacht. Man hatt auch bei den Leuten um einen rum gemerkt dass eigentlich keiner das Gegröhle dieses “Sängers” hören wollte. Nachdem sie dreimal das letzte Lied angekündigt haben sind sie dann irgendwann endlich Platz für die beste Band der Welt gemacht.
Doch erst gab’s noch die Dreigroschenoper. Bestimmt ne gute halbe Stunde. Das ist natürlich wieder typisch die Ärzte. Aber gut, gibt schlimmeres. Und das Aushalten hat sich auf jeden Fall gelohnt. Das Tour-Intro erklingt, die Ärzte beginnen das Set mit “Nicht allein”, der schwarze Vorhang fällt und die Party kann beginnen. Spätestens jetzt war der ganze Ärger über Muff Potter vergessen und es durfte mitgesungen und gesprungen werden. Dass ich am nächsten Tag keinen Muskelkater hatte und nicht heiser war versteh ich bis heute nicht… Von der Setlist her hatt sich nicht viel zur letzten Tour “Jenseits der Grenze des Zumutbaren” getan. Aber das war auch nicht sehr tragisch, weil die Songauswahl schon eine ziemlich gute war. Und das tolle war halt wirklich dass man alles wunderbar gesehen hat. Die Bühne hatte genau die richtige Höhe um auch von hinten alles erkennen zu können. Und erst jetzt konnte man das Konzert auch als Gesamtwerk geniessen, inklusive der Riesen-Discokugel, Farin im weissen Anzug als Schlagersänger bei WAMMW und und und… Nur den Unplugged-Teil hätte man etwas ausdehnen können, der war mit 2-3 Stücken schon extrem kurz. Aber dafür gab’s noch eine sehr feine Zugabe, nämlich Geschwisterliebe. Dürfen sie ja eigentlich nicht mehr singen, und deswegen spielen sie’s nur noch. Aber auch nicht soo häufig, und ich fand schon dass es was besonderes war. Da hat man dann auch gemerkt wer erst seit ein paar Tagen Ärztefan ist und wer sie seit der ersten Stunde kennt (naja, oder fast
Ich hab jetzt bestimmt wieder ganz viel vergessen aufzuschreiben, aber so ist das halt wenn man’s nicht direkt macht. Auf jeden Fall war’s ein sehr sehr schöner Tag, und da konnte einen auch das bisschen Nieselregen nicht abschrecken. Und falls die Ärzte sich bald auflösen (irgendwie sieht’s ja schon danach aus…keine B-Seiten mehr auf den Maxis, dafür ne Doppel Live-DVD mit knapp 6 Stunden Spielzeit, Ende des Monats soll das Ärzte-Songbook mit allen Titeln rauskommen), hab ich sie wenigstens nochmal auf ihrere Abschlusstour gesehen. Und solang der Farin noch solo weitermacht ist ja eh alles in Ordnung
Bewertung: 6 von 6 für Die Ärzte und Olli Schulz, 4 für Athena und 1 für Muff Potter (und das ist eigentlich noch zuviel…)
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